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Am letzten Samstag erhielt ich eine Mail von Instagram. Herzlichen Glückwunsch, hieß es in der Einleitung. Ich war noch nicht ganz wach, hatte gerade erst Kaffee aufgesetzt und brabbelte: Was denn jetzt? Soweit ich mich erinnere, ist mein Geburtstag erst im Sommer.
Zitat aus der Mail:“Du bist gerade auf der Liste der vorgeschlagenen Nutzer. Unsere Liste der vorgeschlagenen Nutzer ist eine dynamische Liste, die einige der Top-Fotografen auf Instagram hervorhebt.(…)
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Wenn du auf der Liste der vorgeschlagenen Nutzer bist, heißt das, dass wir dein Konto lieben und dich als beispielhaften Instagrammer sehen. Wir hoffen, dass du als vorgeschlagener Nutzer anderen Nutzern, ob neu oder alt, nicht nur deine schönen Fotos zeigen wirst, sondern auch, wie man ein großartiges Mitglied der Gemeinschaft wird. (…)“
Moment, was passiert hier?
Ja, und jetzt? Jetzt darf ich diesen Badge benutzen. Und weiter? Im Laufe des Samstags verstand ich recht flott, was es bedeutet, ein suggested user zu sein. Ich selbst konnte an meinem Account keine Veränderungen feststellen, aber offenbar wurde meine Galerie und die von ein paar anderen Fotografen den neuen und alten Nutzern von Instagram – wie die Bezeichnung vermuten lässt – vorgeschlagen. Schau mal hier! Guck da mal!
Noch als ich die Mail las, hatte ich knapp vor 4.000 Follower. Im Stundentakt schoss die Zahl dann in Hunderterschritten hoch. Bis heute hängen sich täglich rund 1.000 neue an meine Galerie. Während ich hier schreibe, ist der Screenshot schon nicht mehr aktuell. Es sind jetzt 10.200 Follower. Da kann man nicht mehr hinterher kommen. Wie denn? Instagram hat 400 Millionen User weltweit.
Trash, Spam, Sahne
Um die Zahl meiner Follower habe ich mir nie großartige Gedanken gemacht. Ich fand ihre Qualität immer viel wichtiger. Seit ich vor knapp zwei Jahren angefangen habe, ein paar meiner Fotos ins Quadrat zu schneiden, haben sich einige richtig nette Kontakte rund um den Erdball entwickelt. Aber die kann ich an zwei Händen abzählen. Ich bewundere einige Fotografen sehr. Sie machen völlig andere Sachen und ich bin immer wieder gespannt, was sie als nächstes bringen. Wenn sich jemand für Fotografie interessiert und sich selbst nicht einschätzen kann, dann sage ich immer: Guck mal bei Instagram! Da hast du vom Trash bis zu den Topleuten alles.
Die Pest hingegen sind die Spammer. Follow for Follow oder ähnlicher Mist. Und immer wieder bieten sie dir an, Follower zu kaufen. Zahle Summe X oder Y und mit der Zeit wirst du 5.000 oder 10.000 Follower mehr haben. Wozu bitte? Damit mein Marktwert steigt? Damit ich sagen kann, guckt mal wie beliebt ich bin! Schwachsinniger geht es ja wohl kaum. Natürlich, den Stars der Plattform gilt die Aufmerksamkeit der Wirtschaft. Aber ich würde mir selbst was in die Tasche lügen und – noch viel schlimmer – meinen Kooperationspartnern. Denn mein Instagram-Account ist ein Aushängeschild. Ich mache mir um jedes Foto einen wahnsinnigen Kopf. Ist es gut genug? Passt es in die Chronologie? Ist es repräsentativ für das Event, das ich eventuell erwähne und so weiter.
Höflichkeit statt Hasstiraden
Es freut mich, dass ich in dieser unglaublichen Fülle von verdammt guten Fotografen irgendwie auffalle. Und ich freue mich noch mehr über die Anerkennung seitens eines Unternehmens, das nun wahrlich die Auswahl hat. Der Witz ist nun, irgendwann wird die Sache zu einem Selbstläufer. Je mehr Follower man hat, desto mehr Leute hängen sich dran in der Hoffnung, bemerkt zu werden. Das hat dann mit einem echten Interesse an den Fotos rein gar nichts zu tun. Immerhin, ich habe erlebt, dass während Facebook oft die Plattform des Hasses ist, man bei Instagram hauptsächlich Höflichkeiten austauscht. Das ist doch mal was.
Die Spitze wird wohl in ein paar Wochen erreicht sein und die Zahl der Follower wird sich dann einpendeln. Es sind viele Einmalgucker und dubiose Werbe- bzw. Spamaccounts dabei, die ohnehin irgendwann gesperrt werden. Mal sehen, wie das weitergeht.
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Ein dickes Danke an Instagram für die Nominierung und vielen Dank natürlich an Canon für die schicke Technik, die viele meiner Fotos erst möglich macht.
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3 Comments
Ich habe die Qualität Deiner Fotos und Deiner liebreizenden (jedenfalls auf den Fotos) Models ja schon lange erkannt und bin fast täglich gespannt auf neues 😉 Schön, dass Du für Dein Können und Deine vielen Mühen immer wieder Anerkennung in Form von „Auszeichnungen“ bekommst.
Danke Jörg! Es ist keine Mühe. Fotografieren macht mir Spaß. Wäre das alles nur Mühe, dann könnte ich auch aufhören. ?
Entspannte Grüße
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